Was Bayern morgen braucht

Den Technologiewandel gestalten

Bayern ist heute ein Technologiestandort von Weltrang. Doch Globalisierung und Digitalisierung verändern die Technologien sowie Geschäftsmodelle und haben Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Um insbesondere dem Mittelstand eine Orientierung zu geben, welche Entwicklungen in den nächsten Jahren zu erwarten sind, hat die vbw den Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft gegründet. 

Die Mitglieder des Zukunftsrates unter Vorsitz von Alfred Gaffal, dem vbw Präsidenten und dem Präsidenten der TU München, Prof. Wolfgang A. Herrmann, kommen aus allen relevanten Fachrichtungen. Aus der Politik ist die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an Bord.

 

Leitstudie Bayerns Zukunftstechnologien

Ausgangspunkt für alle weiteren Überlegungen des Zukunftsrats ist die vbw Leitstudie Bayerns Zukunftstechnologien, in der der heutige Stand wichtiger Technologiefelder analysiert wird und ein Blick auf die wichtigsten technologischen Entwicklungen der kommenden Jahre sowie grundlegende Rahmenbedingungen wie Globalisierung, demografischer Wandel, Energie-, Ressourcen- und Klimafragen gerichtet wird.

Handlungsempfehlungen

Basierend auf den Erkenntnissen der Studie hat der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erarbeitet. Damit die großen wirtschaftlichen Chancen , die mit der rasanten technologischen Entwicklung und der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung verbunden sind, von der Industrie in Bayern ergriffen werden können, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Nur wenn wir gemeinsam die Digitalisierung als verbindenden Lösungsansatz für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben begreifen und landesweit verankern, wird Bayern auch in Zukunft europäischer Premiumstandort mit attraktiven Arbeitsplätzen und Lebensbedingungen sein.

Eine Zusammenfassung der Handlungsempfehlungen können Sie sich hier auf der Startseite herunterladen. 

Nächste Veranstaltungen  

Treffen Sie den Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft  

Bayern nimmt heute unter den Technologieregionen national und international einen Spitzenplatz ein. Dies ist neben einer hoch leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur in großem Maß der Technologieführerschaft vieler bayerischer Unternehmen zu verdanken. Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen: Wir müssen in kurzer Zeit tief greifende Veränderungen wie den demografischen Wandel, Herausforderungen durch Energie-, Ressourcen- und Klimafragen und die Auswirkungen der Globalisierung bewältigen. 

Auf viele große Fragen können neue Technologien eine Antwort geben, wenn wir gleichzeitig die Weichen richtig stellen und die Rahmenbedingungen für Innovationen optimal ausgestalten. Deshalb haben wir den Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft gegründet, in dem führende Wissenschaftler aller relevanten Bereiche ebenso vertreten sind wie die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Das Gremium analysiert die prägenden Trends und erarbeitet Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Damit wollen wir unseren Unternehmen – insbesondere den kleinen und mittelständischen – eine Orientierung geben und Leitlinien für strategische Entscheidungen aufstellen. 

Als Ausgangspunkt dient die vbw Studie Bayerns Zukunftstechnologien, in der die Grundlagen des bisherigen Erfolgs analysiert und die für Bayern relevanten Schlüsseltechnologien der kommenden Jahre herausgearbeitet werden. Besonders deutlich wird dabei, dass Digitalisierung und Vernetzung im Mittelpunkt unserer Anstrengungen stehen müssen, damit wir unsere heutigen Stärken bewahren und neue entwickeln.

Neue Technologien verändern das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in rasantem Tempo. An einem rohstoffarmen Standort wie dem unseren müssen wir den bestmöglichen Rahmen für Innovationen bieten. Dazu gehören zum einen strategische Entscheidungen, mit denen wir den Schwerpunkt der Wertschöpfung in Schlüsselbranchen bei uns verankern. Zum anderen müssen wir mit konkreten Maßnahmen die – bisher sehr erfolgreiche – Technologieförderung zukunftsfähig machen und eine neue Gründerkultur in Bayern schaffen. Alles muss zugleich an den Anforderungen der Digitalisierung ausgerichtet sein – nicht zuletzt die Bildung, die vom Kindergarten bis zum Eintritt in den Ruhestand die notwendigen Kompetenzen für die Gesellschaft 4.0 vermitteln muss.

Wenn Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, wird Bayern auch in Zukunft der hervorragende Innovationsstandort sein, der er heute ist. Unsere Handlungsempfehlungen sollen hierzu einen Anstoß geben. 

Als Land der Ingenieure und Naturwissenschaftler hat Deutschland seit Beginn der Industriellen Revolution ständig neue Technologien hervorgebracht und vielfach in Produktionsgüter umgesetzt. Die wirtschaftliche Prosperität unseres Landes ist das Ergebnis einer unternehmens- und forschungsfreundlichen Industrie- und Innovationspolitik. So war Deutschland auf die Globalisierung der Märkte gut vorbereitet. Die Industrie hat globalisierungsbedingte Umbrüche gut gemeistert. Das „German Engineering“ genießt in aller Welt einen ausgezeichneten Ruf.

Bayern hat an dieser Entwicklung einen maßgeblichen Anteil. Die Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik zeichnet sich hier seit Jahrzehnten durch Kontinuität und Verlässlichkeit aus. Oft waren es mutige politische Weichenstellungen, die langfristig Arbeit und Wohlstand geschaffen haben – man denke an die transalpine Erdöl-Pipeline mit dem Raffineriezentrum Ingolstadt-Neustadt oder die Verkehrsinfrastruktur (Autobahnen, Großflughafen München, Rhein-Main-Donau-Kanal). Der Automobil- und Fahrzeugbau wurde zum herausragenden Strukturfaktor Bayerns.

Für die Zukunft Bayerns wird die Spitzenstellung bei den neuen Technologien und deren Anwendung unter neuen Rahmenbedingungen entscheidend sein (Internationalisierung, Interdisziplinarität, demografische Entwicklung, Bürgerbeteiligung). Dabei ist es höchst dringlich, den bayerischen Mittelstand in den technischen Fortschritt einzubeziehen. Jedenfalls verlangen diese komplexen Anforderungen gemeinsame Weichenstellungen durch die Akteure von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Keiner dieser Bereiche wird im Alleingang erfolgreich sein.

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat ihren Zukunftsrat beauftragt, unter Mitwirkung der Prognos AG jene Handlungsfelder zu identifizieren, die für die Entwicklung einer Innovationsgesellschaft mitten in Europa an der Spitze der Agenda stehen müssen. Die Mitglieder des Zukunftsrats sind international ausgewiesene Fachexperten, die mehrheitlich in Bayern wirken und das Land kennen. Die Handlungsempfehlungen sind teils strategischer, teils aber auch sehr konkreter Art. Der Zukunftsrat hatte die Chancen für Bayern als Flächenland im Blick, er beschränkt sich also nicht auf die wirtschaftlichen Ballungszentren, so wichtig diese sind. Die digitale Revolution, als Hauptdeterminante der künftigen Arbeits-, Produktions- und Lebensweisen, ermöglicht erstmals die aktive Integration des Einzelnen in gesamte Prozessabläufe. Andererseits wird das digitale Zeitalter tief greifende Veränderungen in unser aller Lebensgestaltung bewirken, mit neuen Chancen und neuen Risiken, unvermeidlich janusköpfig.

Der Zukunftsrat versteht seine Handlungsempfehlungen als Einladung zur gesamtgesellschaftlichen Debatte über eine technologiegetriebene Zukunft unter gänzlich neuen Rahmenbedingungen. Die Energiewende, eines von vielen Beispielen (wenngleich nicht das geringste), kann sich als Technologiemotor ersten Ranges erweisen – so wie seiner- zeit die deutsche Umweltdebatte unsere heutige weltweite Führungsposition bei den Umwelttechnologien begründet hat. Weil aber in diesen 40 Jahren der internationale Wettbewerb unmittelbarer, schärfer und umfassend geworden ist, erfordert die Energiewende ein rasches, arbeitsteiliges, aber koordiniertes Handeln von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Das gilt auch für alle anderen Handlungsfelder, deren gegenseitige Abgrenzung im Übrigen mehr und mehr verschwindet.

Die wichtigste Botschaft aber lautet: Der unternehmerische Spirit muss die Grundeinstimmung unserer Gesellschaft werden. Dazu sollen die vorliegenden Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats der vbw beitragen.

Bayerns anhaltender nationaler und internationaler Erfolg als Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität hängt seit jeher eng mit der Fähigkeit zusammen, sich frühzeitig auf neue Herausforderungen und Trends einzustellen. Es ist gute Tradition, das Know-how von Fachleuten mit einzubeziehen. Die Digitalisierung führt zu einem einschneidenden Umbruch, der nicht nur Wirtschafts- und Arbeitswelt, sondern beinahe alle Bereiche unseres Lebens betreffen wird.

Mit dem Zukunftsrat hat die vbw für diese Herausforderung ein exzellentes Beratungsgremium mit den besten Köpfen aus Forschung und Entwicklung in Bayern und Deutschland zusammengestellt. Damit beteiligt sich die vbw über die Verbandsaufgaben hinaus intensiv am gesellschaftlichen Dialog zur bayerischen Zukunft. Diesem Engagement gebührt Dank und Anerkennung. Für mich stand die Mitarbeit in einem solch hochkarätigen Gremium von Anfang an außer Frage.

Der Zukunftsrat zeigt uns mit seiner Expertise und seinen Handlungsempfehlungen auf, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Bayern auf dem richtigen Weg sind und wo wir Korrekturen vornehmen sollten oder uns völlig neu orientieren müssen. Dabei macht der Zukunftsrat eines ganz klar: Forschung, Entwicklung und Innovationsfähigkeit sind das A und O für den zukünftigen Erfolg des Standorts Bayern.

Kern der Arbeit des Zukunftsrats ist deshalb die Frage, wie wir im Zusammenspiel aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft neue technologische Möglichkeiten besser nutzen können, um die großen Zukunftsthemen wie die Digitalisierung, Energie- und Klimafragen, die zunehmende Globalisierung oder den demografischen Wandel erfolgreich bewältigen zu können. In den Berei- chen, in denen wir bereits aktiv sind, werden wir am Ball bleiben. Die vorliegenden Handlungsempfehlungen zeigen aber auch, dass noch Bedarf für neue Maßnahmen besteht, und weisen hier den richtigen Weg.

Wir stellen uns der Aufgabe Digitalisierung mit insgesamt 2 Milliarden Euro für Investitionen und Innovationen und machen die digitale Zukunft zu einer Erfolgsgeschichte für Bayern. Hierbei werden die Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats ein entscheidender Baustein sein.